Europäischer Aal
Anguilla anguilla
Europäischer Aal (Anguilla anguilla), gehoert zur Familie Anguillidae (Flussaale), lebt in Süß-, Meer- und Brackwasser, und wird als Karnivor / Benthivor beschrieben.
Merkmale
- Körperform: Schlangenförmig (anguilliform)
- Maulstellung: Endständig
- Rücken braun bis olivgrün, Bauch gelblich (Gelbaal-Phase). Bei Erreichen der Geschlechtsreife ändert sich die Farbe zu dunkelgrauem/schwarzem Rücken und silbrigem Bauch (Blankaal-Phase).
- Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum. Sehr dicke, schleimige Haut, über die ein Drittel des Sauerstoffbedarfs gedeckt werden kann (Hautatmung).
- Geschlechtsunterschiede: Weibchen (Rogner) werden deutlich größer und schwerer als Männchen (Milchner).
Lebensraum
Süß-, Meer- und Brackwasser
Klimazone: Gemäßigt bis Subtropisch
Bodengrund: Schlamm, weicher Grund, versteckreich (Totholz, Steinspalten)
Temperatur: 4 - 25 Grad C
pH-Wert: 6 - 8
Wächst in den Süßgewässern und Küstenregionen Europas auf. Wandert als Blankaal über 5.000 km in die Sargassosee, um dort in großen Tiefen zu laichen und anschließend zu sterben.
Ernährung
Typ: Karnivor
Hauptsächlich bodenlebende Wirbellose (Würmer, Krebse, Insektenlarven, Schnecken), kleine Fische, Fischlaich und Aas.
Beute: Insektenlarven, Krebstiere, Fische
Verbreitung
Region: Europa / Nordatlantik
Länder: Gesamtes europäisches Binnenland, Nordafrika, Kleinasien. Fortpflanzung ausschließlich im Nordatlantik (Sargassosee).
Wächst in den Süßgewässern und Küstenregionen Europas auf. Wandert als Blankaal über 5.000 km in die Sargassosee, um dort in großen Tiefen zu laichen und anschließend zu sterben.
Galerie
Besonderheiten
- Nokturnal (Nachtaktiv)
- Einzelgänger
- Katadrom (Wanderung vom Süßwasser ins Meer zur Fortpflanzung)
- Ovipar (Eierlegend)
- Aalblut enthält ein toxisches Protein (Ichthyotoxin), das Krämpfe und Lähmungen verursachen kann. Das Gift wird durch Hitze (Kochen, Braten, Räuchern bei über 60°C) vollständig zerstört.
Weitere Informationen
Taxonomie
- Klasse
- Actinopterygii (Strahlenflosser)
- Überordnung
- Elopomorpha (Froschkopfartige)
- Ordnung
- Anguilliformes (Aalartige)
- Unterordnung
- Anguilloidei
- Familie
- Anguillidae (Flussaale)
- Gattung
- Anguilla
- Art
- anguilla
- Erstbeschreiber
- Linnaeus, 1758
- Synonyme
- Muraena anguilla
Morphologie
- Körperform
- Schlangenförmig (anguilliform)
- Maulstellung
- Endständig
- Rückenflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Rückenflosse Weichstrahlen
- 245 - 275
- Afterflosse Hartstrahlen
- 0
- Afterflosse Weichstrahlen
- 176-249
- Wirbel
- 110-120
- Seitenlinie
- 0 (Schuppen sind extrem klein und tief in der schleimigen Haut eingebettet)
- Geschlechtsunterschiede
- Weibchen (Rogner) werden deutlich größer und schwerer als Männchen (Milchner).
Fortpflanzung
- Fortpflanzungstyp
- Semelpar (laicht nur einmal im Leben und stirbt danach)
- Modus
- Ovipar (Eierlegend)
- Laichtyp
- Freilaicher (Pelagisch im Ozean)
- Brutpflege
- Keine
- Inkubation
- 2 Tage
Verhalten
- Aktivität
- Nokturnal (Nachtaktiv)
- Sozialverhalten
- Einzelgänger
- Wanderung
- Katadrom (Wanderung vom Süßwasser ins Meer zur Fortpflanzung)
- Endemisch
- Nein
- Biogeographie
- Paläarktis
Nutzung
- Fischerei
- Sehr hoch (stark reguliert aufgrund Bestandsrückgang)
- Aquakultur
- Hoch (Aal-Mastanlagen basieren auf gefangenen Wild-Glasaalen, Nachzucht im Labor extrem schwierig)
Schutz & Quellen
- CITES
- Anhang II
- Chromosomenzahl
- 38
- Quellen
- FishBase: Anguilla anguilla (Linnaeus, 1758); IUCN Red List of Threatened Species
Praxiswissen
Für wen ist dieser Fisch interessant?
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller UmgangFrühling, Sommer, Herbst
Früher Morgen, Dämmerung, Nacht
Schwer (gute Gewässerkenntnis & Technik nötig)
Europäischer Aal wird mit der zum Lebensraum passenden Kombination aus Posenangeln, Grundangeln, Spinnfischen oder Naturködermontage befischt.
Für Europäischer Aal kommen artspezifisch Naturköder wie Würmer, Krebstiere, Muschelfleisch, Fischfetzen oder passende Kunstköder infrage.
Europäischer Aal wird an den Unterwasserstrukturen gesucht, die Nahrung, Deckung und passende Strömung bieten.
Für Europäischer Aal sollte das Angelgerät an Endgröße, Strömung, Hängerstruktur und zu erwartende Fluchten angepasst werden.
Bei Europäischer Aal erhöhen wechselnde Lichtverhältnisse, stabile bis fallende Luftdruckphasen und aktiv ziehende Beutefische oft die Fangchancen; trübes Wasser und Windkanten können vorteilhaft sein.
Europäischer Aal reduziert bei niedrigen Temperaturen die Aktivität und steht bevorzugt dort, wo Nahrung erreichbar ist und wenig Energie verbraucht wird.
Beim Europäischer Aal muss die Bissanzeige passend zur Montage beobachtet werden; vorsichtige Zupfer und abrupte Fluchten sind möglich.
Europäischer Aal zeigt ein artspezifisches Drillverhalten, das stark von Größe, Gewässerstruktur und Strömung abhängt.
Europäischer Aal sollte sicher gekeschert, nicht trocken abgelegt und zügig abgehakt werden. Schutz vor Stacheln, Zähnen oder elektrischen Organen beachten; lange Zange und rutschfeste Unterlage verwenden.
Typischer Beifang bei Europäischer Aal hängt stark von Montage, Köder und Gewässertyp ab.
Europäischer Aal erkennt man vor allem an folgenden Merkmalen: Schlangenförmig (anguilliform) Endständig Rücken braun bis olivgrün, Bauch gelblich (Gelbaal-Phase). Bei Erreichen der Geschlechtsreife ändert sich die Farbe zu dunkelgrauem/schwarzem Rücken und silbrigem Bauch (Blankaal-Phase). Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum. Sehr dicke, schleimige Haut, über die ein Drittel des Sauerstoffbedarfs gedeckt werden kann (Hautatmung).
Europäischer Aal besitzt einen erhöhten Schutz- oder Gefährdungsbezug; gezielte Entnahme ist nur nach lokalem Recht und in vielen Fällen gar nicht zulässig.
In der Küche
Für Köche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
In der Küche
Für Köche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung56 °C
184 kcal / 100 g
18 g / 100 g
Fettfisch
Europäischer Aal besitzt eine längliche Mittelgräte und viele feine Strukturen entlang des Körpers; die Verarbeitung verlangt Erfahrung.
Schwer
Europäischer Aal besitzt ein kräftiges, fettreiches und charakteristisches Aroma, das besonders beim Räuchern oder Braten deutlich hervortritt.
Das Fleisch von Europäischer Aal ist sehr saftig, fettreich und dicht strukturiert.
Bei Europäischer Aal wird meist der enthäutete oder heißgeräucherte Körper verwertet; Kopf und Innereien werden nicht genutzt.
Bei Europäischer Aal wird die schleimige Haut je nach Rezept entfernt oder beim Räuchern mitbehandelt; gründliches Reinigen ist Pflicht.
Europäischer Aal eignet sich besonders zum Räuchern, Braten, Schmoren oder Grillen.
Die Garzeit von Europäischer Aal richtet sich nach Dicke und Methode; Fisch ist fertig, wenn das Fleisch saftig bleibt und sich leicht teilen lässt.
Zu Europäischer Aal passen Rauch, Pfeffer, Senf, Meerrettich, Zitrone, Lorbeer und kräftige Würzungen.
Zu Europäischer Aal passen einfache Beilagen wie Kartoffeln, Gemüse, Reis oder frische Salate.
Zu Europäischer Aal passen kräftigere Weißweine, Rosé, trockener Riesling, leichter Rotwein bei Grillgerichten oder herbe alkoholfreie Getränke.
Europäischer Aal muss sehr gründlich gereinigt, ausgenommen und je nach Rezept enthäutet werden; Schleim und Blutreste müssen sorgfältig entfernt werden.
Bei Europäischer Aal darf Blut oder rohes Material nicht unkritisch verzehrt werden; fachgerechtes Erhitzen, Frische und lokale Schadstoffhinweise sind wichtig.
