Acanthopagrus australis
Acanthopagrus australis
Gelbflossenbrasse (Acanthopagrus australis), gehoert zur Familie Sparidae, lebt in marine und brackige Küstenlebensräume: Ästuare, Küstenflüsse, Creeks, Seen, Buchten, Mangroven, küstennahe Fels- und Riffbereiche; dringt saisonal auch in untere Süßwasserabschnitte vor, und wird als Omnivor / benthivorer Opportunist beschrieben.
Merkmale
- Körperform: mäßig hochrückiger bis hochrückiger, seitlich zusammengedrückter Brassenkörper; typische Sparidae-Körperform
- Maulstellung: endständig; kräftige Kiefer mit vorderen Hundszähnen und seitlich/hinten molarartig abgeflachten Zähnen
- silbrig bis olivgrün; Küstenfische meist silbriger, Ästuarfische dunkler; gelbliche Bauch- und Afterflossen, häufig auch gelbliche Brustflossen; schwarzer Fleck am oberen Bereich der Brustflossenbasis; dunkle Ränder an Rücken- und Schwanzflosse
- starke Flossenstacheln in Rücken-, After- und Bauchflossen; sparidentypische kräftige Gebissform mit vorderen Fang-/Hundszähnen und molarartigen Mahlzähnen; protandrischer Geschlechtswechsel
- Geschlechtsunterschiede: protandrischer Hermaphroditismus: ein Teil der Population wechselt nach der ersten Laichsaison vom Männchen zum Weibchen; ein Teil bleibt männlich, wenige Tiere entwickeln sich direkt zu Weibchen
Lebensraum
marine und brackige Küstenlebensräume: Ästuare, Küstenflüsse, Creeks, Seen, Buchten, Mangroven, küstennahe Fels- und Riffbereiche; dringt saisonal auch in untere Süßwasserabschnitte vor
Klimazone: temperiert bis warm-temperiert; ca. 19°S–38°S
Bodengrund: Seegras-, Mangroven-, Sand- und küstennahe Felsstrukturen; Postlarven und Jungfische bevorzugen flache ästuarine Seegrasbetten und geschützte Uferzonen
Temperatur: 20.2 - 26.1 Grad C
pH-Wert: 7.8 - 8.5
Endemisch an der Ostküste Australiens. Die Art lebt überwiegend in Ästuaren und küstennahen Gewässern, wandert zum Laichen in Richtung Flussmündungen/Surfbar-Zonen und kehrt anschließend in ästuarine Fresshabitate zurück.
Ernährung
Typ: omnivor mit carnivor-benthivorem Schwerpunkt
frisst Mollusken, Krebstiere, Würmer, kleine Fische und Ascidien; opportunistischer Räuber/Sammler in ästuarinen und küstennahen Habitaten
Beute: kleine Krabben, Garnelen, Muscheln, Schnecken, Polychaeten/Würmer, kleine Knochenfische und Seescheiden/Ascidien
Verbreitung
Region: Ostaustralien: von Townsville, Queensland, bis Gippsland Lakes/Mallacoota-Region, Victoria; Schwerpunkt in Ästuaren und küstennahen Gewässern von Queensland, New South Wales und Victoria
Länder: Australien: östliche Küste von Queensland über New South Wales bis Victoria; zusätzlich Lord-Howe-Insel. Meldungen aus Japan/Ryukyu/Taiwan gelten laut FishBase als prüfungsbedürftig.
Endemisch an der Ostküste Australiens. Die Art lebt überwiegend in Ästuaren und küstennahen Gewässern, wandert zum Laichen in Richtung Flussmündungen/Surfbar-Zonen und kehrt anschließend in ästuarine Fresshabitate zurück.
Galerie
Besonderheiten
- opportunistisch; nutzt Ästuare ganzjährig, Laichaktivität vor allem im Winter im Bereich von Flussmündungen
- bildet Gruppen/Schwärme; als Jungfisch in flachen Ästuargebieten und Seegrasbereichen, als Adultfisch häufig in ästuarinen und küstennahen Strukturen
- oceanodrom; saisonale Laichwanderung von ästuarinen Fresshabitaten zu Flussmündungen und küstennahen Laichplätzen
- protandrischer Hermaphroditismus; ein Teil der Tiere wechselt nach der ersten Laichsaison von männlich zu weiblich
- keine artspezifische Gefahr für Menschen; vorsichtiger Umgang wegen harter Rücken-, After- und Bauchflossenstacheln sinnvoll
Weitere Informationen
Taxonomie
- Klasse
- Actinopterygii
- Überordnung
- Acanthopterygii
- Ordnung
- Perciformes
- Unterordnung
- Percoidei
- Familie
- Sparidae
- Unterfamilie
- Sparinae
- Gattung
- Acanthopagrus
- Art
- australis
- Erstbeschreiber
- (Günther, 1859)
- Synonyme
- Chrysophrys australis Günther, 1859; Mylio australis (Günther, 1859); Roughleyia australis (Günther, 1859); Sparus australis (Günther, 1859); Pagrus australis (Günther, 1859)
Morphologie
- Körperform
- mäßig hochrückiger bis hochrückiger, seitlich zusammengedrückter Brassenkörper; typische Sparidae-Körperform
- Maulstellung
- endständig; kräftige Kiefer mit vorderen Hundszähnen und seitlich/hinten molarartig abgeflachten Zähnen
- Rückenflosse Hartstrahlen
- 11 - 12
- Rückenflosse Weichstrahlen
- 10 - 11
- Afterflosse Hartstrahlen
- 3
- Afterflosse Weichstrahlen
- 8
- Wirbel
- 24
- Geschlechtsunterschiede
- protandrischer Hermaphroditismus: ein Teil der Population wechselt nach der ersten Laichsaison vom Männchen zum Weibchen; ein Teil bleibt männlich, wenige Tiere entwickeln sich direkt zu Weibchen
Fortpflanzung
- Fortpflanzungstyp
- sexuell; ovipar; planktonische Eier und planktonische Larven
- Modus
- protandrischer Hermaphroditismus; ein Teil der Tiere wechselt nach der ersten Laichsaison von männlich zu weiblich
- Laichtyp
- Winterlaicher; Laichen hauptsächlich in der Nähe von Flussmündungen; Eier und Larven planktonisch
- Brutpflege
- keine Brutpflege bekannt; planktonische Eier und Larven
- Inkubation
- 2.5 Tage
Verhalten
- Aktivität
- opportunistisch; nutzt Ästuare ganzjährig, Laichaktivität vor allem im Winter im Bereich von Flussmündungen
- Sozialverhalten
- bildet Gruppen/Schwärme; als Jungfisch in flachen Ästuargebieten und Seegrasbereichen, als Adultfisch häufig in ästuarinen und küstennahen Strukturen
- Wanderung
- oceanodrom; saisonale Laichwanderung von ästuarinen Fresshabitaten zu Flussmündungen und küstennahen Laichplätzen
- Endemisch
- Ja
- Biogeographie
- Australasiatische Region / Südwestpazifik
Nutzung
- Fischerei
- Ja; kommerziell befischt und zugleich bedeutender Freizeit-/Angelfisch in Queensland, New South Wales und Victoria. fish.gov.au bewertet den ostaustralischen Bestand als nachhaltig.
- Aquakultur
- kommerziell relevant; FishBase nennt Aquakultur: commercial
Schutz & Quellen
- CITES
- nicht gelistet / nicht bewertet
- Quellen
- FishBase: Acanthopagrus australis, Yellowfin bream, ID 8109; Fishes of Australia: Yellowfin Bream, Acanthopagrus australis (Günther 1859); Australian Museum: Yellowfin Bream, Acanthopagrus australis; fish.gov.au: Yellowfin Bream Stock Status 2023; GBIF Backbone Taxonomy: Acanthopagrus australis (Günther, 1859).
Praxiswissen
Für wen ist dieser Fisch interessant?
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller UmgangGanzjährig
Früher Morgen, Vormittag, Dämmerung
Mittel (etwas Erfahrung nötig)
Acanthopagrus australis wird vor allem mit Grundmontage, Method Feeder, klassischem Feederangeln, Posenangeln oder gezieltem Ansitzangeln befischt.
Für Acanthopagrus australis eignen sich Mais, Maden, Würmer, Brot, Teig, Pellets, Boilies oder kleine Partikelköder, abgestimmt auf Gewässer und Jahreszeit.
Acanthopagrus australis steht häufig an Krautkanten, Plateaus, Muschelbänken, ruhigen Buchten, Hafenkanten, Altwassern und nahrungsreichen Bodenstrukturen.
Für Acanthopagrus australis reichen je nach Größe Feeder-, Posen- oder Karpfenruten, monofile oder geflochtene Hauptschnur und fein angepasste Vorfachstärken.
Acanthopagrus australis reagiert stark auf Wassertemperatur, Luftdruckstabilität und Nahrungsaktivität am Grund; längere stabile Wetterlagen sind meist besser als abrupte Kälteeinbrüche.
Acanthopagrus australis besitzt in seinem natürlichen tropischen Verbreitungsgebiet kein klassisches Winterverhalten wie mitteleuropäische Arten; Fangmuster richten sich eher nach Regen- und Trockenzeit.
Beim Acanthopagrus australis zeigt sich der Biss je nach Montage als vorsichtiges Zupfen, langsames Wegziehen, Hebebiss oder deutlicher Lauf am Bissanzeiger.
Acanthopagrus australis kämpft meist mit kräftigen, bodennahen Fluchten und versucht Hindernisse, Kraut oder Kanten zu erreichen.
Acanthopagrus australis sollte sicher gekeschert, nicht trocken abgelegt und zügig abgehakt werden. Schutz vor Stacheln, Zähnen oder elektrischen Organen beachten.
Typischer Beifang beim Angeln auf Acanthopagrus australis sind andere Weißfische, kleinere Karpfenfische, Barsche oder Grundeln.
Acanthopagrus australis erkennt man vor allem an folgenden Merkmalen: mäßig hochrückiger bis hochrückiger, seitlich zusammengedrückter Brassenkörper; typische Sparidae-Körperform endständig; kräftige Kiefer mit vorderen Hundszähnen und seitlich/hinten molarartig abgeflachten Zähnen silbrig bis olivgrün; Küstenfische meist silbriger, Ästuarfische dunkler; gelbliche Bauch- und Afterflossen, häufig auch gelbliche Brustflossen; schwarzer Fleck am oberen Bereich der Brustflossenbasis;...
Für Acanthopagrus australis gelten je nach Küstenstaat, Fanggebiet und Methode unterschiedliche Mindestmaße, Schonzeiten, Schutzgebiete und Entnahmebegrenzungen.
In der Küche
Für Köche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
In der Küche
Für Köche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung60 °C
105 kcal / 100 g
20 g / 100 g
Mittelfetter Fisch
Acanthopagrus australis besitzt viele Zwischen- bzw. Y-Gräten, besonders im Rücken- und Schwanzbereich; Schröpfen oder sorgfältiges Filetieren ist sinnvoll.
Mittel
Acanthopagrus australis hat ein eher kräftiges Süßwasseraroma, das stark von Gewässerqualität, Futter und sorgfältiger Vorbereitung abhängt.
Das Fleisch von Acanthopagrus australis ist eher fest bis saftig, kann aber durch Gräten und Schlammgeschmack sorgfältige Vorbereitung verlangen.
Bei Acanthopagrus australis werden Filet, Koteletts oder ganze vorbereitete Fische genutzt; Kopf und Karkasse eignen sich für kräftigen Fond.
Bei Acanthopagrus australis kann die Haut bei frischer Ware mitgebraten werden; bei schleimiger oder sehr schuppiger Haut ist Entschuppen bzw. Abziehen sinnvoll.
Acanthopagrus australis eignet sich zum Braten, Backen, Räuchern, Blaukochen, Einlegen oder als kräftiger Suppen- und Fondfisch.
Acanthopagrus australis braucht je nach Stückdicke eine moderate Garzeit; dicke Steaks oder ganze Fische sollten langsam bis zur passenden Kerntemperatur gegart werden.
Zu Acanthopagrus australis passen Majoran, Kümmel, Petersilie, Knoblauch, Zitrone, Lorbeer und kräftigere Kräuter.
Zu Acanthopagrus australis passen Kartoffelsalat, Wurzelgemüse, Krautsalat, Meerrettich, dunkle Saucen oder frische Kräuterbeilagen.
Zu Acanthopagrus australis passen trockener Weißwein, helles Bier, alkoholfreies Weizen oder kräuterbetonte alkoholfreie Begleiter.
Acanthopagrus australis sollte gründlich entschuppt, ausgenommen, gewässert oder filetiert werden; bei vielen Zwischen- und Y-Gräten helfen Schröpfen oder gezielte Grätenschnitte.
Für Acanthopagrus australis ist keine artspezifische Giftigkeit bekannt; wie bei jedem Fisch gelten Frische, Kühlung, vollständiges Durchgaren bei Risikogruppen und lokale Verzehrempfehlungen.
