Aalraubwels
Clarias anguillaris
Aalraubwels (Clarias anguillaris), gehoert zur Familie Clariidae, lebt in Süßwasser; demersal; potamodrom, und wird als Allesfresser beschrieben.
Merkmale
- Körperform: langgestreckt, aalähnlich bis welsartig; vorne kräftiger Kopf, nach hinten schlanker und seitlich abgeflacht
- Maulstellung: endständig bis leicht unterständig; breites Maul mit vier Paar Barteln
- bräunlich bis grünlich-braun, Bauchseite schmutzig weißlich; Körper und Flossen häufig mit dunklen unregelmäßigen Flecken
- Suprabranchialorgan zur zusätzlichen Luftatmung; dadurch hohe Toleranz gegenüber sauerstoffarmen Gewässern und kurzzeitiges Überleben außerhalb des Wassers möglich
- Geschlechtsunterschiede: kein auffälliger äußerer Geschlechtsdimorphismus sicher dokumentiert
Lebensraum
Süßwasser; demersal; potamodrom
Klimazone: tropisch
Bodengrund: schlammige, überflutete und sauerstoffarme Bereiche; kann sich bei austrocknenden Tümpeln im Schlamm eingraben
Temperatur: 23 - 28 Grad C
pH-Wert: 7 - 9
Weit verbreiteter afrikanischer Kiemensackwels in Fluss- und Überschwemmungssystemen; besonders häufig in saisonal überfluteten Gebieten.
Ernährung
Typ: omnivor
Frisst vor allem Fische und Mollusken, außerdem Krebstiere, Diatomeen, Detritus und bodenlebende Organismen; auch pflanzliche Bestandteile und Wirbellose werden aufgenommen.
Beute: Fische, Mollusken, Krebstiere, Detritus, Diatomeen, benthische Organismen, Insektenlarven und pflanzliches Material
Verbreitung
Region: West-, Nordost- und Zentralafrika
Länder: Afrika: unterer und mittlerer Nil; Tschad-System mit Logone und Shari; Niger- und Benue-Systeme; Küstenflüsse von Benin, Togo, Ghana und Côte d’Ivoire; Gambia und unterer Senegal; Volta-System; Reliktpopulationen in Mauretanien und Süd-Algerien; auch unterer Cross in Nigeria
Weit verbreiteter afrikanischer Kiemensackwels in Fluss- und Überschwemmungssystemen; besonders häufig in saisonal überfluteten Gebieten.
Galerie
Besonderheiten
- dämmerungs- bis nachtaktiv, bodennah
- überwiegend einzelgängerisch; in geeigneten Überschwemmungslebensräumen häufig
- potamodrom; innergewässerliche Wanderungen, Fortpflanzung jahreszeitlich mit Regenzeit verbunden
- äußere Befruchtung
- Für Menschen als harmlos geführt; robuste Brustflossenstacheln können beim Handling mechanisch verletzen.
Weitere Informationen
Taxonomie
- Klasse
- Actinopterygii
- Überordnung
- Ostariophysi
- Ordnung
- Siluriformes
- Familie
- Clariidae
- Gattung
- Clarias
- Art
- Clarias anguillaris
- Erstbeschreiber
- (Linnaeus, 1758)
Morphologie
- Körperform
- langgestreckt, aalähnlich bis welsartig; vorne kräftiger Kopf, nach hinten schlanker und seitlich abgeflacht
- Maulstellung
- endständig bis leicht unterständig; breites Maul mit vier Paar Barteln
- Rückenflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Rückenflosse Weichstrahlen
- 60 - 82
- Afterflosse Hartstrahlen
- 0
- Afterflosse Weichstrahlen
- 42-61
- Geschlechtsunterschiede
- kein auffälliger äußerer Geschlechtsdimorphismus sicher dokumentiert
Fortpflanzung
- Fortpflanzungstyp
- eierlegend
- Modus
- äußere Befruchtung
- Laichtyp
- Laichzeit abhängig vom Standort, offenbar an die Regenzeit gekoppelt; wahrscheinlich in flachen, überfluteten Uferbereichen oder Laichmulden
- Brutpflege
- keine gesicherte ausgeprägte Brutpflege dokumentiert
Verhalten
- Aktivität
- dämmerungs- bis nachtaktiv, bodennah
- Sozialverhalten
- überwiegend einzelgängerisch; in geeigneten Überschwemmungslebensräumen häufig
- Wanderung
- potamodrom; innergewässerliche Wanderungen, Fortpflanzung jahreszeitlich mit Regenzeit verbunden
- Endemisch
- Nein
- Biogeographie
- Afrotropis
Nutzung
- Fischerei
- minor commercial
- Aquakultur
- commercial
Schutz & Quellen
- CITES
- Not Evaluated
- Quellen
- FishBase: Clarias anguillaris (Mudfish), Taxonomie, Morphologie, Verbreitung, Größe, Ernährung, IUCN LC, Nutzung. Fischlexikon: Aalraubwels (Clarias anguillaris), deutschsprachige Übersicht zu Merkmalen, Lebensraum, Aquaristik-Werten und Nahrung. Bildhinweis des Nutzers: Urheber Radioaktive, Lizenz CC0 1.0, gemeinfrei, Wikimedia Commons.
Praxiswissen
Für wen ist dieser Fisch interessant?
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller UmgangGanzjährig
Früher Morgen, Dämmerung, Nacht
Schwer (gute Gewässerkenntnis & Technik nötig)
Aalraubwels wird mit schwerem Ansitzgerät, Grundmontage, Pose, Ufer- oder Bootsangeln und je nach Art mit Köderfisch, Tauwurmbündel oder Fischfetzen befischt.
Für Aalraubwels werden Tauwurmbündel, Köderfische, Fischfetzen, Leber, Muschelfleisch oder stark riechende Naturköder eingesetzt.
Aalraubwels wird an den Unterwasserstrukturen gesucht, die Nahrung, Deckung und passende Strömung bieten.
Für Aalraubwels sollte das Angelgerät an Endgröße, Strömung, Hängerstruktur und zu erwartende Fluchten angepasst werden.
Bei Aalraubwels erhöhen wechselnde Lichtverhältnisse, stabile bis fallende Luftdruckphasen und aktiv ziehende Beutefische oft die Fangchancen; trübes Wasser und Windkanten können vorteilhaft sein.
Aalraubwels besitzt in seinem natürlichen tropischen Verbreitungsgebiet kein klassisches Winterverhalten wie mitteleuropäische Arten; Fangmuster richten sich eher nach Regen- und Trockenzeit.
Beim Aalraubwels reicht die Bissanzeige von vorsichtigem Anheben bis zu massiven Läufen; nach dem Anhieb folgt häufig sofort starker Druck.
Aalraubwels kämpft mit enormem Druck, bodennahem Ziehen und langen Kraftphasen; die ersten Sekunden nach dem Anhieb sind entscheidend.
Aalraubwels sollte sicher gekeschert, nicht trocken abgelegt und zügig abgehakt werden. Schutz vor Stacheln, Zähnen oder elektrischen Organen beachten.
Typischer Beifang bei Aalraubwels hängt stark von Montage, Köder und Gewässertyp ab.
Aalraubwels erkennt man vor allem an folgenden Merkmalen: langgestreckt, aalähnlich bis welsartig; vorne kräftiger Kopf, nach hinten schlanker und seitlich abgeflacht endständig bis leicht unterständig; breites Maul mit vier Paar Barteln bräunlich bis grünlich-braun, Bauchseite schmutzig weißlich; Körper und Flossen häufig mit dunklen unregelmäßigen Flecken Suprabranchialorgan zur zusätzlichen Luftatmung; dadurch hohe Toleranz gegenüber sauerstoffarmen Gewässern und...
Für Aalraubwels müssen immer die lokalen Schonzeiten, Mindestmaße, Tagesfangbegrenzungen und Gewässerordnungen geprüft werden; feste Zahlen unterscheiden sich regional.
In der Küche
Für Köche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
In der Küche
Für Köche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung60 °C
190 kcal / 100 g
20 g / 100 g
Fettfisch
Aalraubwels hat eine vergleichsweise gut beherrschbare Grätenstruktur; bei größeren Exemplaren lassen sich Filets sauber auslösen.
Einfach
Aalraubwels schmeckt mild bis leicht süßlich; die Fleischqualität hängt stark von Frische, Herkunft und sauberer Hälterung ab.
Das Fleisch von Aalraubwels ist je nach Größe und Fanggebiet mittel- bis festfleischig.
Bei Aalraubwels sind in der Küche vor allem Filet und geeignete Abschnitte verwertbar; Karkassen können für Fond genutzt werden.
Bei Aalraubwels entscheidet die Zubereitung: Schuppen, Schleim und Hautqualität bestimmen, ob die Haut essbar bleibt oder entfernt wird.
Aalraubwels eignet sich zum Braten, Grillen, Frittieren, Schmoren oder für würzige Eintöpfe.
Aalraubwels braucht je nach Stückdicke eine moderate Garzeit; dicke Steaks oder ganze Fische sollten langsam bis zur passenden Kerntemperatur gegart werden.
Zu Aalraubwels passen Zitrone, Petersilie, Pfeffer, Knoblauch und zurückhaltende Kräuter, die den Eigengeschmack nicht überdecken.
Zu Aalraubwels passen einfache Beilagen wie Kartoffeln, Gemüse, Reis oder frische Salate.
Zu Aalraubwels passen trockene Weißweine, leichte Biere oder frische alkoholfreie Getränke.
Aalraubwels sollte frisch ausgenommen, gespült, trockengetupft und je nach Rezept entschuppt, filetiert oder als ganzer Fisch vorbereitet werden.
Für Aalraubwels ist keine artspezifische Giftigkeit bekannt; wie bei jedem Fisch gelten Frische, Kühlung, vollständiges Durchgaren bei Risikogruppen und lokale Verzehrempfehlungen.
