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Aalmutter

Zoarces viviparus

Aalmutter (Zoarces viviparus), gehoert zur Familie Zoarcidae, lebt in Süßwasser, Meerwasser, und ernährt sich als Fleischfresser.

30 cm, max 52 cmmax 0.51 kgbis 10 Jahre0-40 m TiefeFleischfresser

Merkmale

  • Körperform: langgestreckt, aalähnlich; demersaler Bodenfisch
  • Maulstellung: endständig / terminal
  • Rücken grau- bis braun, unregelmäßige dunkle Flecken/Bänder; Bauchseite gelblich bis hell; Färbung an Untergrund angepasst
  • dorsale, caudale und anale Flossen gehen ineinander über; kleine Bauchflossen; sehr schleimige Haut; grünliche Knochen durch Vivianit; kann kurzzeitig außerhalb des Wassers unter Steinen/Algen überdauern
  • Geschlechtsunterschiede: äußere Unterschiede gering; Männchen häufig kleiner, Genitalpapille besonders zur Fortpflanzungszeit relevant

Lebensraum

marin bis brackig; küstennah, intertidal bis subtidal, bodennah/demersal

Wasserlebensraum: Süßwasser, Meerwasser

Lebensraumtypen: See, Küstengewässer, Seegraswiese, Schlammgrund, Bodennah, Künstliches Gewässer

Klimazone: Gemäßigt

Bodengrund: Sand, Fels / Stein, Schlamm

Temperatur: 7.3 - 11.3 Grad C

Nordostatlantische Küstenart; von Weißem Meer/Barentssee über Nordsee und Ostsee bis in den Ärmelkanal und nach Brittany/Frankreich verbreitet; häufig in flachen Küsten- und Brackwasserbereichen.

Ernährung

Ernährungsweise: Fleischfresser

Nahrungsschwerpunkte: Insektenfresser, Krebstierfresser, Weichtierfresser

frisst vor allem Schnecken/Gastropoden, Chironomidenlarven, Krebstiere sowie gelegentlich Fischeier und Fischbrut

Beute: benthische Wirbellose, kleine Krebstiere, Insektenlarven, Gastropoden, Fischeier und Jungfische

benthische Wirbellose
kleine Krebstiere
Insektenlarven

Verbreitung

Region: Europa

Länder: Belgien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland, Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Schweden

Nordostatlantische Küstenart; von Weißem Meer/Barentssee über Nordsee und Ostsee bis in den Ärmelkanal und nach Brittany/Frankreich verbreitet; häufig in flachen Küsten- und Brackwasserbereichen.

Besonderheiten

  • bodennah, eher stationär; nutzt Verstecke unter Steinen, Algen und in Spalten
  • einzeln bis locker verteilt; keine ausgeprägte Schwarmart
  • überwiegend standorttreu; regionale Bewegungen möglich, kein klassischer Langdistanzwanderfisch
  • innere Befruchtung; Embryonalentwicklung im Muttertier; Geburt entwickelter Jungfische
  • Keine direkte Gefährdung; bei Verzehr gelten normale Regeln zur Fischhygiene und möglichen Schadstoffbelastung in Küstenfischen.
Insektenfresser, Krebstierfresser, Weichtierfressergeringe kommerzielle Fischerei; außerdem als Bio...

Weitere Informationen

Taxonomie

Klasse
Actinopterygii / Teleostei
Überordnung
Teleostei
Ordnung
Perciformes
Unterordnung
Zoarcoidei
Familie
Zoarcidae
Unterfamilie
Zoarcinae
Gattung
Zoarces
Art
viviparus
Erstbeschreiber
(Linnaeus, 1758)
Synonyme
Blennius viviparus Linnaeus, 1758

Morphologie

Körperform
langgestreckt, aalähnlich; demersaler Bodenfisch
Maulstellung
endständig / terminal
Afterflosse Hartstrahlen
0 - 0
Seitenlinie
Seitenlinie ohne Poren; sehr kleine Schuppen liegen tief in der Schleimschicht
Geschlechtsunterschiede
äußere Unterschiede gering; Männchen häufig kleiner, Genitalpapille besonders zur Fortpflanzungszeit relevant

Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp
Lebendgebärend
Modus
innere Befruchtung; Embryonalentwicklung im Muttertier; Geburt entwickelter Jungfische
Laichtyp
Paarung August bis September; Weibchen bringen 30–400 entwickelte Jungfische zur Welt
Brutpflege
keine äußere Brutpflege; Embryonen entwickeln sich im Ovar und werden im Muttertier versorgt

Verhalten

Aktivität
bodennah, eher stationär; nutzt Verstecke unter Steinen, Algen und in Spalten
Sozialverhalten
einzeln bis locker verteilt; keine ausgeprägte Schwarmart
Wanderung
überwiegend standorttreu; regionale Bewegungen möglich, kein klassischer Langdistanzwanderfisch
Endemisch
Nein

Nutzung

Fischerei
Ja, aber nur geringe bzw. lokale kommerzielle Bedeutung.
Aquakultur
Keine relevante Speisefisch-Aquakultur; eher wissenschaftlich/ökotoxikologisch als Monitoringart bedeutsam.

Schutz & Quellen

CITES
Nicht gelistet
Quellen
FishBase: Zoarces viviparus species summary; MarLIN: Viviparous eelpout species account; Umweltprobenbank/ESB: Sampling guideline Eelpout (Zoarces viviparus); HELCOM Red List information sheet Zoarces viviparus.

Praxiswissen

Für wen ist dieser Fisch interessant?

Am Wasser

Für Angler

Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Beste Saison

Frühling, Sommer, Herbst

Angelzeit

Morgendämmerung, Vormittag, Abenddämmerung, Nacht

Schwierigkeit

Einfach

Angelmethoden

Aalmutter wird mit der zum Lebensraum passenden Kombination aus Posenangeln, Grundangeln, Spinnfischen oder Naturködermontage befischt.

Empfohlene Köder

Für Aalmutter kommen artspezifisch Naturköder wie Würmer, Krebstiere, Muschelfleisch, Fischfetzen oder passende Kunstköder infrage.

Fangplätze

Aalmutter wird an den Unterwasserstrukturen gesucht, die Nahrung, Deckung und passende Strömung bieten.

Ausrüstung

Für Aalmutter sollte das Angelgerät an Endgröße, Strömung, Hängerstruktur und zu erwartende Fluchten angepasst werden.

Wetter & Mond

Bei Aalmutter erhöhen wechselnde Lichtverhältnisse, stabile bis fallende Luftdruckphasen und aktiv ziehende Beutefische oft die Fangchancen; trübes Wasser und Windkanten können vorteilhaft sein.

Winterverhalten

Aalmutter reduziert bei niedrigen Temperaturen die Aktivität und steht bevorzugt dort, wo Nahrung erreichbar ist und wenig Energie verbraucht wird.

Bissanzeige

Beim Aalmutter muss die Bissanzeige passend zur Montage beobachtet werden; vorsichtige Zupfer und abrupte Fluchten sind möglich.

Drillverhalten

Aalmutter zeigt ein artspezifisches Drillverhalten, das stark von Größe, Gewässerstruktur und Strömung abhängt.

Landung & Abhaken

Aalmutter sollte sicher gekeschert, nicht trocken abgelegt und zügig abgehakt werden. Schutz vor Stacheln, Zähnen oder elektrischen Organen beachten; lange Zange und rutschfeste Unterlage verwenden.

Typischer Beifang

Typischer Beifang bei Aalmutter hängt stark von Montage, Köder und Gewässertyp ab.

Schnell erkennen

Aalmutter erkennt man vor allem an folgenden Merkmalen: langgestreckt, aalähnlich; demersaler Bodenfisch endständig / terminal Rücken grau- bis braun, unregelmäßige dunkle Flecken/Bänder; Bauchseite gelblich bis hell; Färbung an Untergrund angepasst dorsale, caudale und anale Flossen gehen ineinander über; kleine Bauchflossen; sehr schleimige Haut; grünliche Knochen durch Vivianit; kann kurzzeitig außerhalb des Wassers unter Steinen/Algen überdauern

Regelhinweis

Für Aalmutter gelten je nach Küstenstaat, Fanggebiet und Methode unterschiedliche Mindestmaße, Schonzeiten, Schutzgebiete und Entnahmebegrenzungen.

In der Küche

Für Köche

Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
Kerntemperatur

56 °C

Energie

125 kcal / 100 g

Eiweiß

19 g / 100 g

Fettgehalt

Mittelfett

Grätenstruktur

Aalmutter besitzt eine längliche Mittelgräte und viele feine Strukturen entlang des Körpers; die Verarbeitung verlangt Erfahrung.

Filetieren

Schwer

Geschmacksprofil

Aalmutter besitzt ein kräftiges, fettreiches und charakteristisches Aroma, das besonders beim Räuchern oder Braten deutlich hervortritt.

Fleischstruktur

Das Fleisch von Aalmutter ist sehr saftig, fettreich und dicht strukturiert.

Verwertbare Teile

Bei Aalmutter wird meist der enthäutete oder heißgeräucherte Körper verwertet; Kopf und Innereien werden nicht genutzt.

Hautzubereitung

Bei Aalmutter wird die schleimige Haut je nach Rezept entfernt oder beim Räuchern mitbehandelt; gründliches Reinigen ist Pflicht.

Zubereitungsarten

Aalmutter eignet sich besonders zum Räuchern, Braten, Schmoren oder Grillen.

Garzeit

Die Garzeit von Aalmutter richtet sich nach Dicke und Methode; Fisch ist fertig, wenn das Fleisch saftig bleibt und sich leicht teilen lässt.

Kräuter & Gewürze

Zu Aalmutter passen Rauch, Pfeffer, Senf, Meerrettich, Zitrone, Lorbeer und kräftige Würzungen.

Beilagen

Zu Aalmutter passen einfache Beilagen wie Kartoffeln, Gemüse, Reis oder frische Salate.

Getränke

Zu Aalmutter passen kräftigere Weißweine, Rosé, trockener Riesling, leichter Rotwein bei Grillgerichten oder herbe alkoholfreie Getränke.

Vorbereitung

Aalmutter muss sehr gründlich gereinigt, ausgenommen und je nach Rezept enthäutet werden; Schleim und Blutreste müssen sorgfältig entfernt werden.

Warnhinweise

Für Aalmutter ist keine artspezifische Giftigkeit bekannt; wie bei jedem Fisch gelten Frische, Kühlung, vollständiges Durchgaren bei Risikogruppen und lokale Verzehrempfehlungen.